Wir über uns

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Mehr denn je ist der globalisierte Kapitalismus auf Ausbeutung und imperiale Durchdringung der Armutsregionen angewiesen, um auch noch das letzte Stückchen Erde in seinem Sinne profitabel zu machen.

Strukturanpassungsprogramme und der von den reichen Ländern hervorgerufene Klimawandel zerstören durch exportfähige Monokulturen oder durch Verwüstung massiv Flächen, die vorher zur Herstellung eigener Nahrungsmittel dienten, und treiben so die Bevölkerung in immer größere Armut. Kriege um strategische Rohstoffe besorgen den Rest und produzieren nicht selten millionenfach Vergewaltigung und Tod. Insbesondere das subsaharische Afrika sieht sich seit Jahrhunderten dem kapitalistischen Zugriff ausgesetzt. Nur so konnte sich Europa über die Kolonisierung des benachbarten Kontinents zu einem kapitalistischen Zentrum entwickeln. Das Ende jener Epoche hat das Denken und Handeln der hiesigen Eliten kaum verändert. Mit ungebrochen rassistischem Blick wird der Kontinent weiterhin als Ramschladen betrachtet, dessen Land, Rohstoffe, Menschen allein dem eigenen Wohl zu dienen haben. In konsequenter Fortführung dieser Logik gehören afrikanische Flüchtlinge – soweit sie nicht für bestimmte Arbeiten saisonal einsetzbar sind – mit allen Mitteln von der ‚Europäischen Union’ ferngehalten. Die umliegenden Meere können ein Lied davon singen. Bei einer geschätzten Zahl von ungefähr einer halben Million auf der Flucht Ertrunkenen ist es das Lied des Todes. Aber dies ist nicht die ganze Wahrheit. Wie sich die MigrantInnen mit ihrer nichtaufzuhaltenden Bewegung in die Metropolen – an die Stätten des von Ihnen mit geschaffenenReichtums – den kapitalistischen Verhältnissen entgegen stellen, so muss gerade die Geschichte der subsaharischen Bevölkerungen als in sich ambivalent begriffen werden. Der amerikanische Historiker Frederick Cooper spricht dabei von einer Geschichte der Ausbeutung, aber auch der verhinderten Ausbeutung, wenn er in seinem Essay über ‚Afrika in einer kapitalistischen Welt’ schreibt: „Mein Argument ist, dass die afrikanische Sozialstruktur und die afrikanische Geografie allerdings kapitalistische Herrschaftsbemühungen blockiert haben, genauso wie sie Versuche der afrikanischen Eliten durchkreuzt haben, Macht überBevölkerungen aufzubauen. Trotz der Machtungleichgewichte haben AfrikanerInnen versucht, Elemente der sich ändernden globalen Strukturen so gut wie möglich zu nutzen. Vieles von dem, mit dem Afrika heute konfrontiert ist – die Beschränktheit seiner wirtschaftlichen Zukunftsaussichten und die herabwürdigenden Begrifflichkeiten in der Debatte um seine Zukunft – ist nicht so sehr eine Folge von ‚Versagen’, sondern des teilweisen Erfolgs einer großen Zahl der Menschen, wirtschaftliche Dominanzbemühungen abzuwehren, sich anzueignen oder umzulenken.“ In diesem Sinne will ‚izindaba’ – was in der Sprache der südafrikanischen Xhosa ‚Nachrichten’bedeutet – mit dieser Webseite versuchen, über das subsaharische Afrika zu berichten. In Form von aktuellen Nachrichten, Themenschwerpunkten,Dokumentationen und Rezensionen erzählen wir von antikapitalistischen und antiherrschaftlichen Protest- und Widerstandsformen, beleuchten aber zugleich die Projekte imperialer Politik seitens der EU und anderer. Dies geschieht aus einer - bewusst gewählten – linksradikalen Perspektive, die unsere Geschichte als metropolitane Männer reflektiert. Jahre lange Arbeit in antirassistischen und internationalistischen Bezügen mit vielfältigen Kontakten zu MigrantInnen haben uns gelehrt, dass internationale Kämpfe gegen das herrschende System des Wissens über Bedingungen und Erfahrungen der wo anders Lebenden bedürfen. Dazu wollen wir mit ‚izindaba’beitragen. Zum Schluss geht noch ein besonderer Dank an unsere TechnikerInnen, die über die Installation des aufwendigen Typo3-Systems diese Webseite erst ermöglichten.

Ansonsten viel Spaß beim Lesen! 

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