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Côte d’Ivoire: Kakaobäuer*innen wehren sich wegen nicht bezahlter Ernte

In der in der zentralen Region Moronou gelegenen Kleinstadt M’Batto gingen am 7. Mai Kakaobäuer*innen auf die Straße, um bisher ausgebliebene Zahlungen für ihre bereits im Oktober des Vorjahres abgelieferten Ernten einzufordern. Angeregt von ähnlichen Protesten in anderen Regionen des Landes errichteten die meist jungen Produzent*innen an strategisch wichtigen Straßen des Ortes mit Ästen, Reifen und anderen Gegenständen Barrikaden. Angesichts der angespannten Situation sahen sich zahlreiche Geschäftsinhaber*innen veranlasst, ihre Läden dicht zu machen. Auch die Schulen wurden für den Nachmittag geschlossen.

Eine nahe an einer Polizeistation aufgebaute Straßensperre mobilisierte die Sicherheitskräfte. Sie versuchten mit Tränengas und Schlagstockeinsatz, die Demonstration aufzulösen. Durch die Festnahme von drei Personen eskalierte die Situation. Ein Großteil der Protestierenden zog zum Polizeigebäude, um entschlossen ihre Freilassung zu fordern. Nach Verhandlungen zwischen einer Delegation von Demonstrant*innen und der Polizei konnten die drei Festgenommenen die Wache verlassen. Zudem beendeten die Kakaobäuer*innen nach ‚konkreten‘ Zahlungszusagen ihre Blockaden.

Die Probleme der Produzent*innen hängen eng mit der aus der Kolonialzeit übernommenen Struktur des Rohstoffhandels zusammen. Obwohl die Bäuer*innen in Côte d’Ivoire mehr als 40 Prozent des weltweit für die Weiterverarbeitung genutzten Kakaos herstellen, sind sie abhängig von den großen internationalen, vorwiegend in den reichen Industriestaaten sitzenden Handelsketten. So hatten 2024 die Preise auf den Märkten von New York und London aufgrund eines verminderten Angebots Rekordhöhen von bis zu 10 000 Dollar pro Tonne erreicht, während Anfang dieses Jahres nur noch 6 000 bis 7 000 Dollar gezahlt wurden. In Folge des massiven Preiseinbruchs sind viele Händler*innen nicht mehr bereit, das Rohprodukt zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen auszulösen. So lagern in den Häfen von Abidjan und San Pedro noch 50 000 bis 60 000 nicht verkaufte Tonnen Kakao, für den die meisten Produzent*innen immer noch nicht bezahlt worden sind.

https://www.afrikmag.com/crise-cacao-cote-ivoire-2026/

https://afriksoir.net/cote-divoire-greve-des-planteurs-de-cacao-a-mbatto-la-ville-paralysee/

https://www.koaci.com/article/2026/05/07/cote-divoire/societe/cote-divoire-mbatto-colere-autour-du-prix-du-cacao-des-affrontements-eclatent-entre-manifestants-et-forces-de-lordre_196461.html

https://www.afriksoir.net/cote-divoire-bruno-kone-clarifications-100-000-tonnes-de-cacao-en-stock/

https://www.linfodrome.com/societe/121106-vive-tension-a-mbatto-des-producteurs-de-cacao-mecontents-erigent-des-barricades-3-individus-interpelles