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Libyen: Sturm auf den Amtssitz des Premierministers

Tagelang anhaltende Ausfälle der Strom- und Wasserversorgung bei Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius haben in Libyen am letzten Juliwochenende zu den größten zivilen Protesten seit mehreren Jahren geführt. In Tripolis versuchten Hunderte Demonstrant*innen, den Amtssitz des Premierministers und das Außenministerium zu stürmen. Eingänge von Regierungsgebäuden und staatlichen Unternehmen wurden mittels Aufschütten von Schutt oder Sand blockiert. Auch andere Städte Libyens meldeten brennende Straßensperren aus Autoreifen und Müll.

„Wir haben unsere durch die Hitze verdorbene Ware mit dem restlichen Müll auf die Straße gekippt und angezündet. Stundenlange Stromausfälle – das klingt wie eine Lappalie. Aber zahlreiche Betriebe und Selbstständige sind inmitten der Sommersaison plötzlich insolvent. Aus ähnlichen Gründen hat ja 2010 der arabische Frühling begonnen“, erklärt der Besitzer eines Fischrestaurants.

Organisiert wird der Protest mehrheitlich von Stadtteilbewegungen. Einer ihrer Vertreter ordnet dessen Bedeutung auch für die Zukunft ein: „Für meine Generation wird der Klimawandel in Nordafrika eine der größten Herausforderungen sein. Das Geld für Bewaldung, Solarenergie und andere technische Antworten verschwindet derzeit in den Taschen korrupter Politiker.“


https://www.lorientlejour.com/article/1542692/en-libye-des-habitants-a-bout-face-aux-coupures-delectricite-sous-de-fortes-chaleurs.html


https://www.afrikmag.com/libye-tripoli-manifestations-coupures-electricite/


https://taz.de/Hitze-in-Nordafrika/!6200613/