Am 30. und 31. Juli gelangten geschätzt 70 – 80 000 Menschen schwimmend in die direkt an Marokko angrenzende spanische Enclave Ceuta. Sie stammten größtenteils aus Marokko, aber auch aus anderen Maghreb-Staaten sowie dem subsaharischen Afrika und hofften, über Ceuta als Geflüchtete nach Europa zu gelangen. Ungefähr 150 Menschen bezahlten ihre Hoffnung mit dem Leben, die meisten anderen wurden inzwischen zwangsweise wieder nach Marokko zurück geschafft. Mittlerweile befinden sich nach spanischen Regierungsangaben dort noch bis zu 7000 Geflüchtete, von denen viele als ‚unbegleitete Minderjährige‘ nach EU-Recht nicht so einfach abzuschieben sind. Meist in Zelten unter äußerst prekären Bedingungen untergebracht, müssen sie sich zudem gegen Angriffe faschistischer Gruppen zur Wehr zu setzen.
Entgegen der Mainstream-Berichterstattung zu diesem Ereignis veröffentlichen wir mit Genehmigung des Autors Helmut Dietrich dessen ausführliche Analyse zu den ‚Mudshahedin el khobs – Märtyrer des Brots vor Ceuta, an der Festung Europa‘. Helmut Dietrich – Mitbegründer der Berliner Forschungsgesellschaft Flucht und Migration (FFM) und langjähriger Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung – lebte mehrere Jahre in Marokko und beschreibt die sozialen Lage der ‚Schwimmenden‘ einschließlich ihres Widerstand gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse wie z.B. bei den ‚GenZ212‘ Protesten im Herbst 2025 (siehe izindaba Nachrichten) oder den Frauenprotesten gegen die hermetische Grenzschließung in der Ceuta benachbarten marokkanischen Stadt Fnideq zur Corona Zeit 2021. Sein in der ‚Sozialgeschichte online 39‘ vor knapp einem Jahr vor veröffentlichter Beitrag belegt gleichzeitig die über soziale Netzwerke getragene Selbstorganisierung und aktualisiert sich in den Ereignissen vom 30. und 31. Juli auf ein Neues.
Helmut Dietrich: Mudshahedin el khobs – Märtyrer des Brots vor Ceuta, an der Festung Europa
in Sozial. Geschichte Online 39 (2025), Vorveröffentlichung
Die vermeintlich stabilen Verhältnisse Marokkos wurden seit dem 27. September 2025 zwei Wochen lang durch eine Jugendrevolte zum Tanzen gebracht, die breite Unterstützung in der Bevölkerung fand. „Das Volk will Krankenhäuser und Schulen“ – so lässt sich der Hauptslogan der Straße übersetzen. Gefordert wurde der Sturz der Regierung, die auf das Engste mit dem Königshaus verbandelt ist, und die Freilassung aller Gefangenen, auch der früheren Aufstände(1). Der Hintergrund der Revolte ist die ebenso rasante wie extreme Verarmung, nicht nur der traditionellen „poor populations“, sondern auch von Teilen der unteren Mittelschicht. Seit Jahrzehnten wurde nicht mehr in das Schul- und Gesundheitswesen investiert. Angesichts verstärkter Landflucht brechen beide Systeme oft regelrecht zusammen. Gleichzeitig hat das königliche Machtzentrum des Landes eine beispiellose selektive Modernisierung mittels globaler Finanzflüsse gestartet: Supermoderne Fußballstadien (in Hinblick auf die Afrikameisterschaft und Weltmeisterschaftsspiele), für die ganze Stadtteile abgerissen wurden, TGV-Zugstrecken, kontinentale Großhäfen am Mittelmeer und am Rande der Westsahara sowie eine enorme nationale Aufrüstung haben innerhalb weniger Jahre das alte Wirtschaftsmodell zerstört, das zwar auch extrem ungerecht war, aber durch ausgesuchte Unterstützung mancher Landstriche immer wieder Loyalität und soziale Ruhe schuf.
Charakteristisch für die anhaltende Revolte ist, dass die Demonstrierenden wie auch die Riot-Jugendlichen ihre Angst vor der Polizei verloren haben. Auf den Straßen von Casablanca und Rabat herrschte dichtes Gedränge: Polizisten in Zivil schubsten und prügelten Demonstrierende haufenweise in Haft-Transporter, während in Salé, dem armen Zwillingsort von Rabat, in Marrakech, Inezgane, Oujda und in entlegenen Kleinstädten Polizeiwachen gestürmt, Banken angesteckt und Geschäfte geplündert wurden. Polizeieinheiten, die zur Aufstandsbekämpfung gedacht sind, wichen vor den Riots zurück. Über 140 Polizei- und Gendarmerieautos wurden zerstört, zumeist angezündet. Bei Inezgane schossen die Gendarmen, mindestens drei Tote sind zu beklagen.
Häufig wird auf die globale Dimension dieser aufständischen Jugend unter dem Label „GenZ 212“ (Generation Z plus marokkanische telefonische Ländervorwahl) hingewiesen. Der technische Fingerzeit auf die sozialen Medien mit weltweiter Reichweite bis nach Madagaskar, Nepal und Südasien ist sicherlich richtig, erklärt aber nicht die sozialen Koordinaten dieser Bewegung. In diesem Text geht es deshalb vorrangig darum, regionale Vorläufer der aktuellen marokkanischen Jugendrevolte vorzustellen. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass Marokko an den Grenzen zur Festung Europa verortet ist. In der Schlussbemerkung dieses Texts werde ich dann nochmals auf die länderübergreifende Dimension der Aufstände eingehen.

Die meisten Geflüchteten gelangten schwimmend über die Strände von El Tarajal nach Ceuta (Quelle: CCBY-SA 3.0)
1. Schwimmen
Zu Tausenden brechen in diesen Jahren marokkanische Kinder und Jugendliche schwimmend nach Ceuta auf(2). Marokko und die auf dem afrikanischen Kontinent gelegene spanische Enklave Ceuta hatten 2020 die Grenze hermetisch geschlossen. Im Jahr 2021 haben Frauendemonstrationen in der marokkanischen Grenzstadt Fnideq (spanisch: Castillejos) die Forderung nach sofortiger Grenzöffnung artikuliert. Ihr Unmut übersetzte sich dann in jene grenzüberwindenden Schwimmaktionen der Jugendlichen. Wenn man nach dem Kontext dieser Geschichte fragt, dann gerät die wirtschaftliche Bedeutung des riesigen marokkanischen Hafens TangerMed in den Blick, der nahe Ceuta liegt. Und ebenso die hermetische Grenzschließung durch Corona-Maßnahmen, das danach einsetzende neue Grenzregime und schließlich insbesondere der Zusammenbruch des früher geduldeten Warenschmuggels. Im Zentrum des wirtschaftlichen Niedergangs, der Demonstrationen und des Losschwimmens steht die nordmarokkanische Region Fnideq-M’diq, zwischen Ceuta und der Großstadt Tétouan, mit einer Bevölkerung von ungefähr 300.000 EinwohnerInnen(3).
Bei den Schwimmenden handelt es sich mehrheitlich um urbane Arme, die im Jargon der Entwicklungspolitik NEET („Not in Education, Employment or Training“) genannt werden(4). Ihnen wird ansonsten jegliche Emigrationsfähigkeit abgesprochen. Marokkanische MenschenrechtlerInnen nennen die Losschwimmenden „Märtyrer des Brots“, in Erinnerung an die „Brot-Riots“ gegen die Strukturanpassungsprogramme des IWF und der Weltbank in den 1980er Jahren. Die Versuche von Kindern und Jugendlichen, von der marokkanischen Küstenstadt Fnideq aus die spanische Halbinsel-Enklave Ceuta schwimmend zu erreichen, Nacht für Nacht, auf fünf- bis zehnstündigen Meeresrouten, begünstigt von nächtlichem Nebel, halten seit 2020 an. Viele rüsten sich mit Neopren-Anzügen, Flossen und Schwimmkissen aus. Es sind nicht nur Leute, die ihr Leben in Marokko verbracht haben. Auch Algerier und palästinensische Jugendliche aus Gaza sind inzwischen dabei(5). Diese Schwimmaktionen sind Teil einer jugendlichen mobilen Aufbruchstimmung, wie sie in Nordmarokko in Fußballstadien massenhaft skandiert werden oder in den sozialen Medien zum Ausdruck kommen. InfluencerInnen wie die 19-jährige Chaimae El Grini zeigten sich dort in Neopren-Anzügen nach erfolgreicher Schwimmaktion in Ceuta. Damit erreichtesie zwei Millionen Klicks auf TikTok und hat nun 124.000 Follower(6). Vielfach werden darüber hinaus enthusiastisch Tipps für die maritime Überquerung geteilt(7).
Die SchwimmerInnen werden meistens noch vor Ceuta von marokkanischen oder spanischen Polizei- und Militärschiffen eingefangen und nach Marokko zurückgebracht(8). Erwachsene, die es bis an die Küste schaffen und an Land festgenommen werden, werden zu Opfern von Push-Back-Aktionen, falls es ihnen nicht gelingt, ein Asylgesuch vorzubringen. Minderjährige, die es erfolgreich bis Ceuta schaffen – der derzeit Jüngste ist zwölf Jahre alt –, tauchen entweder in der Bevölkerung unter oder werden in ein staatliches, überfülltes Aufnahmeprogramm genommen. Im Sommer 2025 stieg die SchwimmerInnen-Zahl auf bis zu 300 Personen pro Nacht(9). Im laufenden Jahr 2025 haben bis Ende September 2.644 Personen die „irreguläre Einreise“ nach Ceuta geschafft(10). 37 Schwimmer wurden imersten Halbjahr 2024 tot geborgen, 36 Personen von Januar bis Anfang Oktober 2025, der Anteil der Vermissten ist leider groß(11).
Eröffnet wurde diese Schwimm-Fluchtroute fast offiziell: Nach der erwähnten Grenzschließung von 2020 wuchs die soziale Unruhe in Nordmarokko. Zugleich erhöhte das marokkanische Königshaus den Druck auf die spanische Regierung, um eine faktische Anerkennung der Westsahara-Annexion zu erreichen, und lockerte am 16. Mai 2021 die Grenzüberwachung zu Ceuta. Acht- bis zehntausend MigrantInnen schwammen an jenem Tag nach Ceuta oder überrannten die Absperrungen am Grenzübergang. Die Mehrheit der Erwachsenen wurde sofort nach Marokko zurückgeschoben. Ein großer Teil der Minderjährigen, ungefähr 1.500 Personen, konnte hingegen bleiben und wurde nach und nach auf den europäischen Kontinent transferiert(12). Auf den ersten Blick handelte es sich bei der Massenaktion also um eine Reaktion auf die Lockerung der Grenzüberwachung, wir werden aber gleich sehen, dass es tiefere Ursachen gab.
In der Folge rüstete Marokko die Polizei, die Grenztruppen („Forces Auxiliaires“) und die Marine auf, um der anhaltenden Flucht nach Ceuta Einhalt zu gebieten. Die grenznahe Region wurde zeitweise regelrecht polizeilich besetzt. Wasserwerfer, Tränengas und Knüppel wurden eingesetzt. Im Frühjahr 2024 haben die Behörden der marokkanischen Küstenstadt Fnideq vier Kilometer lange Stacheldrahtzäune und Barrieren zwischen der Stadt und ihrem Strand aufgebaut, um das nächtliche Losschwimmen zu behindern. Auch installierten sie in der Stadt Taxikontrollen und Checkpoints, an denen nur AnwohnerInnen durchgelassen wurden. Erst im Juni 2025 wurden diese Zäune und Barrieren wieder abgebaut, dann freilich vor allen deshalb, weil man den Tourismus nicht allzu sehr einschränken mochte(13).
Verhaftete werden, nach Zerstörung ihrer Handys, in den marokkanischen Süden deportiert. Die Polizei und die Grenztruppen schieben auf gleiche Weise schon seit Jahren westafrikanische Geflüchtete in den marokkanischen Süden ab(14). Die spanische Guardia Civil schoss bislang nicht, anders als im Fall der westafrikanischen Geflüchteten, die am 6. Februar 2014 vor dem Strand von Ceuta, Tarajal, beschossen wurden, wobei 15 Menschen zu Tode kamen(15). Auch die marokkanischen Grenztruppen richteten kein Massaker an, wie sie es am 24. Juni 2022 an sudanesischen Geflüchteten am EU-Grenzzaun von Melilla, der anderen spanischen Enklave, taten, wo mindestens 40 Tote zu beklagen waren(16).
Möglicherweise mahnt die soziale Einbindung der Schwimmenden die marokkanischen Behörden „nur“ zu einer nichttödlichen Repression. Marokkanische Jugendliche, wenn sie nicht aus den grenznahen Orten stammen, können sich ziemlich problemlos an den marokkanischen Küstenorten kurzfristig einmieten. Am Abend mischen sie sich unter die Strandpromenaden-Bevölkerung. Sie lassen die häufig patrouillierenden Polizeieinheiten vorbeiziehen und stürzen sich dann ins Meer. An der Küste Ceutas, meist am Strand von Tarajal, mischen sie sich nach erfolgreicher Meerespassage unter die Strand und Küstenbevölkerung, die in Ceuta ansässig ist und im grenznahen Stadtteil marokkanische Wurzeln hat(17). Die lokale Bevölkerung beiderseits der Grenze beobachtet diese Jugendlichen mit Anteilnahme. Nach Verhaftungen laufen Mütter zu den Bussen und verabschieden ihre jugendlichen Kinder vor der Deportation ins geografisch-soziale Abseits(18).

Immer deutlicher verwandelte sich mit der Zeit das Schwimmen in eine massenhafte, politisch artikulierte Form. In der Nacht vom 15. zum 16. September 2024 versuchten ungefähr 5.000 Menschen, aus Marokko schwimmend in die spanische Enklave Ceuta zu gelangen. Es war eine kollektive Aktion, die marokkanische Jugendliche erstmals gemeinsam mit subsaharischen Geflüchteten auch direkt gegen die Grenzanlagen vortrugen(19). Die Jugendlichen hatten über soziale Medien mobilisiert. Sie sammelten sich zunächst in kleinen Gruppen in den Bergen und Hügeln nahe der marokkanischen Küstenstadt Fnideq. Unter ihnen waren „Risquis“, das heißt Kinder und Jugendliche, die überaus prekär rund um den Großhafen TangerMed oder in der Stadt Tanger leben und von dort versuchen, einzeln über LKWs oder als blinde Passagiere nach Europa zu gelangen(20). Bei der Aktion kam es zu einer offenen Konfrontation mit der Polizei, die die Jugendlichen mit Steinen bewarfen(21).
Die Aktion scheiterte. Polizei, Grenztruppen, Gendarmerie und Militär mobilisierten Einheiten im Umfang von insgesamt rund 7.000 Personen. Man setzte Wasserwerfer, Tränengas und Knüppel ein, nahm 4.455 Menschen fest, unter ihnen 3.795 marokkanische Erwachsene, 141 Minderjährige und 541 Nicht-Marokkaner, misshandelte und deportierte sie in den marokkanischen Süden(22). 53 Personen wurden in der Folge vor Gericht gestellt und wegen Aufrufs zu illegaler Migration und Gewalt zu bis zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt(23). Zwanzig Jugendlichen aus der 500 Kilometer entfernten Stadt El Jedida soll es gelungen sein, Ceuta zu erreichen. Wieviel Menschen umgekommen sind, ist nicht bekannt.
Am folgenden Abend sammelten sich die zurückgeschlagenen Jugendlichen in Fnideq und vertrieben mit Steinwürfen für eine gewisse Zeit die dort stationierten Grenztruppen(24). Möglicherweise zur Abschreckung gab es einen Leak zu den Massenverhaftungen nach der Nacht des 15. September. Ein veröffentlichtes Foto zeigt enggedrängt Dutzende, vielleicht hundert Jugendliche auf dem Boden, nach vorne gebeugt, Hände im Nacken vor Transportern der „Forces Auxiliaires“. Sie haben nur Unterhosen oder Shorts an. Ihre Rücken weisen Striemen gewaltsamer Misshandlungen auf. Das Foto erinnerte viele an das erwähnte Massaker an sudanesischen Geflüchteten an der Grenze von Nador / Melilla, wie das marokkanische kritische Magazin Enass schreibt(25).
2. Grenzschließung und Anti-Covid-19-Massnahmen
Es war keineswegs immer so, dass Ceuta unerreichbar erschien, und nicht immer war es so extrem militärisch befestigt wie heute. So ist die Küstenstadt Fnideq mit ihren 78.000 EinwohnerInnen gewissermaßen die Zwillingsstadt von Ceuta, die beiden Städte waren stets
voneinander abhängig. Bis zum 9. Oktober 2019 konnte zumindest die Bevölkerung der Region Fnideq-M’diq-Tétouan visafrei nach Ceuta einreisen(26). Ungefähr 20.000 MarokkanerInnen pendelten in diesem kleinen Grenzverkehr täglich nach Ceuta, um dort mit oder ohne Papiere zu arbeiten, ob in Reparaturwerkstätten, im Hotel- und Gaststättengewerbe oder als Hausangestellte.
Bis heute unterliegt Ceuta – wie die andere spanische Enklave Melilla – nicht dem europäischen Zollregime. Vor 2020 importierte die Stadt nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern dort wurden auch riesige Warenmengen exportiert, die zumeist marokkanische Frauen (öffentlich oft abschätzig „hammala“, Maultiere, genannt) als schweres persönliches Gepäck tagtäglich über die Grenze nach Marokko brachten(27). Marokko erkennt die spanische Souveränität über die beiden Enklaven mit ihren Grenzen nicht vollumfänglich an, daher trifft die Bezeichnung „Schmuggel“ diesen grenzüberschreitenden Transporthandel nicht genau. Schätzungen sprechen von 9.000 bis 30.000 Personen, die in Marokko direkt vom Transport-Pendeln lebten. Ein großer Teil der 300.000 EinwohnerInnen der Region Fnideq-M’diq-Tétouan bestritt ihren Lebensunterhalt von diesem informellen Handel, der sich durch Weiterverkauf über ganz Marokko erstreckte. In umgekehrter Richtung wurden Ceuta und Melilla bis zur Grenzschließung rundum mit Lebensmittel aus dem marokkanischen Umland versorgt.
Mit der Grenzschließung im Oktober 2019 wollte Marokko den sogenannten atypischen Handel schlagartig beenden(28). Als sich wenige Monate später das Coronavirus ausbreitete, beschleunigten die Maßnahmen gegen die Pandemie die Blockade und Neugestaltung des Grenzregimes(29). Am 13. März 2020 um 6 Uhr morgens wurde die Grenze um Ceuta hermetisch geschlossen. Hunderte MarokkanerInnen konnten nicht zurückpendeln und blieben zwei Jahre lang in Ceuta blockiert. Einige entschlossen sich, schwimmend und illegal nach Marokko aufzubrechen(30).
Ab März 2020 wurde ein dreimonatiger Lockdown und ab dem 23. Oktober 2020 eine mehrmonatige nächtliche Ausgangssperre in Nordmarokko verhängt, die Überlandstraßen zwischen den Städten wurden blockiert(31). Der Wirtschafts- und Finanzminister Mohamed Benchaâboun frohlockte am 1. Juli 2020, dass damit dem Schmuggel endgültig ein Ende gesetzt worden sei(32).
Im Jahr nach der Grenzschließung und infolge der Anti-Covid-Maßnahmen schlossen in Fnideq 600 Geschäfte sowie ein Drittel der Cafés und Restaurants. Die Geschäfte und Restaurants wurden niemals wieder geöffnet: 3.000 Personen sind in dieser Zeit aus der Stadt fortgezogen(33).
Das Kalkül, das der Grenzschließung und der radikalen Beendigung des informellen Handels zugrunde lag, entsprang der Remodellierung der nordmarokkanischen Wirtschaft durch den Bau des Riesenhafens TangerMed, der gleich neben Ceuta liegt. Neben diesem Hafen wurde eine Freihandelszone errichtet, fertiggestellt im Frühjahr 2021, mit Lagerhallen und Textil- wie Lebensmittelfabriken. Die nach Ende des Grenzhandels erwerbslosen Frauen und Jugendlichen sollten in diese Fabriken gelenkt werden. Der Hafen TangerMed wirdim Jahr 2025 einen Umsatz von umgerechnet fast einer Milliarde Euro erreichen. 2023 wurden dort 122,44 Millionen Tonnen Waren und 2,7 Millionen Passagiere abgefertigt. TangerMed ist der größte Hafen im Mittelmeer und in Afrika(34). Die „Initiative Nationale pour le Développement Humain“ (INDH) der Regierung soll umgerechnet zwei Millionen Euro in den Aufbau der Freihandelszone investiert haben. Aber die Billiglohnarbeit wurde kaum angenommen und der Hafenausbau behob das Problem der Erwerbslosigkeit und dermassiven Verarmung breiter Bevölkerungsteile in der Region keineswegs(35).

3. Demonstrationen
Im Januar 2021 begann eine Serie von Demonstrationen, die vor allem von Frauen und Jugendlichen allwöchentlich in Fnideq vorgetragen wurden, trotz Covid-19-Versammlungsverboten und nächtlichen Ausgangssperren. Die Hauptparole war: „Das Volk will die Öffnung der Grenze!“ Es wurden staatliche Programme für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region gefordert. Als Anfang Februar 2021 zwei Schwimmer im Meer umkamen, stieg die Wut. Am 5. Februar verhaftete die Polizei bei einem Sit-In der Demonstration vier Jugendliche, die später zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt wurden. Am Abend desselben Tags vertrieben Jugendliche mit Steinwürfen die Polizei und errichteten brennende Barrikaden(36).
Bemerkenswert an dieser Serie von Demonstrationen in Fnideq war, dass Frauen tonangebend waren und keine Parteien oder PolitikerInnen mitmachten. Die Verabredungen sollen auch über Facebookerfolgt sein. Die Gegenmaßnahmen waren zunächst nicht nur militärisch: Die örtlichen Behörden begannen im Februar 2021 Einkaufbons im Wert von umgerechnet 45 Euro an bedürftige Familien zu verteilen. Aber die „Mokadem“, die lokalen Aufpasser der Behörden, verteilten nach Vetternwirtschaft. Den Jugendlichen boten die örtlichen Behörden 200 Arbeitsplätze in der Freihandelszone an, wo sie drei Monate lang umgerechnet 93 Euro im Monat hätten verdienen können. 100 Frauen wurden Arbeitsplätze in den Freihandelszonen von Tétouan und Tanger angeboten. Aber diese Angebote erfolgten ohne Transparenz, was die Wut auf der Straße nur noch erhöhte(37).
Im April 2021 eskalierten die Demonstrationen dann, manche Teilnehmende fügten sich Selbstverletzungen zu. Immer wieder gingen Jugendliche mit Steinwürfen gegen die Aufstandsbekämpfungseinheiten vor und errichteten brennende Barrikaden. An den Riots sollen sich auch Marokkaner aus anderen Städten beteiligt haben(38). Videoclips vermitteln einen Eindruck von den Unruhen(39). Presseberichte stellen schließlich einen Zusammenhang zwischen den Demonstrationen und den anwachsenden Schwimmaktionen her.
Das ist der Kontext, in dem schließlich am 16. Mai 2021 jene acht bis zehntausend MarokkanerInnen nach Ceuta schwammen oder den Grenzübergang überrannten. Es war insofern etwas ganz anderes als lediglich eine „Weaponization“ der Migration durch das marokkanische Königshaus, um die spanische Anerkennung der Westsahara-Annexion zu erlangen(40).
4. Grenzöffnung, Visapflicht
Im Mai 2022 wurde die Grenze wieder geöffnet. Voraussetzung für die Einreise nach Marokko war nunmehr der Nachweis von drei Impfungen gegen Covid-19. MarokkanerInnen, die nach Ceuta einreisen wollen, benötigen seitdem ein Visum, auch wenn sie bereits eine Arbeitsgenehmigung für die spanische Enklave haben. Visa werden für Arme freilich praktisch nicht vergeben. Einreisen mithilfe von Tricks werden nun durch biometrische Erfassungen verhindert. Zahlreiche EU-Kontrolltechnologien einer „intelligenten Grenzabfertigung“ wurden eingeführt. Bis heute gibt es an der Grenze von Ceuta keine reguläre Zollabfertigung und oftmals große Fußgänger-Warteschlangen bei der Einreise nach Marokko(41).
Mit der Abschaffung des kleinen Grenzverkehrs versucht Spanien, Ceuta – und Melilla – als integralen Bestandteil des Landes und der EU zu definieren. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Einreise von MarokkanerInnen in die EU besonders kritisch beobachtet wird: Nach syrischen und afghanischen Geflüchteten stehen MarokkanerInnen auf Platz drei der häufigsten „irregulären Einreisen“ in die EU, wie der Europäische Rechnungshof in Kritik des EU-Treuhandfonds für Afrika (EUTF Afrika) 2024 betonte. Schlussfolgerung dort: Die Finanzierung der Flüchtlingsabwehr in den afrikanischen Ländern sei nicht ausreichend zielgerichtet gewesen(42).
5. Schlussbemerkung
Trotz der äußerst blutigen spanischen Kolonialgeschichte des Rifs sei daran erinnert, dass die Bevölkerung auch noch in den ersten Jahren der marokkanischen Unabhängigkeit bis in die 1960er Jahre ohne Kontrollen nach Ceuta gelangen konnte. Erst mehrere Jahre nach dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft, der heutigen Europäischen Union, begann Spanien in den 1990er Jahren mit der Errichtung der großen Zäune um beiden Enklaven Ceuta und Melilla. Bis vor ungefähr zehn Jahren starben an diesen Zäunen an die hundert westafrikanische Geflüchtete. Viele Westafrikaner saßen oftmals stundenlang oben auf den Stacheldrahtzäunen, in Sichtweite der Armutsbevölkerung diesseits und jenseits des Zauns, und appellierten an die Vereinten Nationen. Nach der polizeilich-rassistischen Vertreibung westafrikanischer Geflüchteter aus Nordmarokko und einem erneuten sozialen Aufstand im Rif im Jahr 2016 hat das marokkanische Königshaus eine umfassende Modernisierung der Küstenregion eingeleitet, in deren Rahmen das spanisch-marokkanische Grenzregime umgestaltet wird. Die Armut im Rif, die über Jahrhunderte die soziale und koloniale Frage Marokkos brandmarkte, wird an der Festung Europa erneut zu einer offenen, nicht entschiedenen Frage(43). Aber etwas ist neu: Soziale Unruhen im Rif und die Flucht über die EU-Außengrenze hängen hier erstmals eng zusammen.
Die grenzüberschreitenden regionalen Schwimmaktionen und die landesweite Jugendrevolte der „Generation Z“ lassen sich angesichts der Aufstände in Madagaskar, Nepal und Südasien als informelle Globalisierung „von unten“ beschreiben. Die Schwimmaktionen konterkarieren die staatliche De-Globalisierung der Grenzschließungen für Arme und untere Mittelschichten, der Maßnahmen gegen Covid-19 und der Bekämpfung des zollfreien kleinteiligen Warenverkehrs. Die Schwimmenden setzen dabei buchstäblich ihr Leben ein, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, nachdem das magere familiäre Einkommens-Bargeld und ihre Aussicht auf eine Versorgung im Gesundheits- und Schulwesen verschwunden sind. Es ist eine Jugendrevolte, die – wenn sie denn weitergeht und sich ausweitet – Befürchtungen global agierender Geldgeber nähren wird(44). Denn die Großprojekte der Modernisierung Marokkos hängen von Investitionsströmen nicht nur traditionell aus den USA, aus Frankreich und Spanien, sondern auch aus den Golfstaaten, aus Israel, der Türkei und aus Indien ab.
Postskriptum
Für die Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 2025 waren neue massive Grenzüberschreitungen – zu Lande und zu Wasser – nach Ceuta angekündigt. Doch dieses Mal richteten marokkanische Polizei und Grenztruppen weit im Vorfeld Checkpoints ein. Flankiert durch eine Hubschrauberaufklärung führten sie Razzien in den Bergen zwischen Tanger und Tétouan durch, nahmen ungefähr 900 subsaharische Geflüchtete und marokkanische wie algerische Jugendliche fest und deportierten sie in den marokkanischen Süden oder Osten.
Die Justiz geht nunmehr mit drakonischen Urteilen gegen die „Gen-Z“-Bewegung vor. Am 15. Oktober 2025 verurteilte ein Gericht in Agadir 17 Personen zu bis zu 15 Jahren Haft, ein Gericht in Salé sprach 15- bis 20-jährige Haftstrafen aus. Die Menschenrechtsorganisation AMDH (Association marocaine des droits humains, marokkanische Vereinigung für die Menschenrechte) geht von 2.000 Verhaftungen seit dem 27. September aus, von denen bislang 1.200 Personen Haftrichtern vorgeführt wurden. 300 vor allem Minderjährige wurden freigelassen. Für einfache Demonstrationsaufrufe via Facebook werden ein- bis fünfjährige Haftstrafen überall im Lande verhängt. Ab Sonntag, dem 19. Oktober 2025, will die „Gen Z“- Bewegung ihre Straßenproteste mit Sit-Ins in zahlreichen Städten und mit Boykott derjenigen Großunternehmen wieder aufnehmen, die sich im Eigentum des aktuellen Regierungschefs Akhanouch befinden.
Fussnoten
1 Ein Auslöser der Revolte war der Tod von acht Frauen nach einem Kaiserschnitt im staatlichen Krankenhaus von Agadir im August 2025, [https://www.lemonde.fr/afrique/article/2025/10/07/maroc-l-hopital-d-agadir-symbole-de-ladefaillance-des-services-de-sante-publics-denoncee-par-la-generation-z_6644972_3212.html?lmd_medium=email&lmd_campaign=trf_newsletters_lmfr&lmd_creation=afrique&lmd_send_date=20251011&lmd_email_link=call_titre_1&M_BT=45906878110565].
2 Ceuta liegt auf der nordafrikanischen Seite des Mittelmeers. Die Halbinsel gehört nicht vollumfänglich zum Schengenraum. Sebta – so der marokkanische Name für Ceuta – gilt in Marokko als besetztes Gebiet. Die Stadt ist als koloniales Erbe von der spanischen Militärpräsenz geprägt und hat bis zur Grenzschließung vom transnationalen Handel gelebt. Die EU-Grenze um Ceuta ist mit mehrfachen Zäunen von spanischer wie marokkanischer Seite mit gefährlichen Materialien und Hightech hochaufgerüstet. Vgl. EuroMed Rights and AlgoRace, Digital technologies for migration control at the Spanish southern border: A journey to the cross-cutting edge of digital automation in Ceuta and Melilla and the Canary Islands, 2024, [https://euromedrights.org/wp-content/uploads/2024/10/240826_Euromed_TechBorders_EN.pdf]; siehe auch: Xavier Ferrer-Gallardo / Lorenzo Gabrielli, The Fenced Off Cities of Ceuta and Melilla: Mediterranean Nodes of Migrant (Im)Mobility, in: Ricard Zapata-Barrero / Ibrahim Awad (Hg.), Migrations in the Mediterranean. IMISCOE Research Series, Barcelona 2024, S. 289–308, [https://doi.org/10.1007/978-3-031-42264-5_17].
3 Diese Region, die im Inland an das Rifgebirge grenzt, ist ein traditionelles Armutsgebiet, siehe auch die heutigen statistischen Angaben in: HCP, Cartographie de la pauvreté multidimensionelle, Paysage territorial et dynamique, Mai 2025, [https://www.hcp.ma/file/244249/]. In Marokko haben die Maßnahmen im Zuge von Covid-19 laut offiziellen Angaben im Jahr 2020 eine Million neuer Armer bewirkt, [https://www.arabnews.fr/node/57411/monde-arabe].
4 Die NEET werden auf 1,5 Millionen von 5,9 Millionen marokkanischer Jugendlicher im Alter von 15 bis 24 Jahren geschätzt. Vgl. Salaheddin Lemaizi, À Fnideq, les jeunes Marocains se fracassent sur la frontière de l’Europe, in: OrientXXI, [https://orientxxi.info/magazine/afnideq-les-jeunes-marocains-se-fracassent-sur-la-frontiere-de-l-europe,7712]; siehe auch: Boutaina Ismaili Idrissi / Rachid Touhtou / Carles Feixa, Mobilities Among Marginalized Youth in Morocco: Precariousness, Agency and Networks, in: Zapata-Barreiro / Awad, Migrations (wie Anm. 2), S. 207–222.
5 Vgl. [https://www.yabiladi.com/articles/details/173986/ceuta-palestiniens-traversentnage-pour.html] sowie [https://elpais.com/espana/2025-08-10/un-centenar-de-migrantestrata-de-cruzar-a-nado-a-ceuta-en-una-noche-de-fuerte-presion-migratoria-en-la-fronterasur.html].
6 Infomigrants, Swimming to Ceuta: Moroccan youth document their crossing on TikTok. [https://www.infomigrants.net/en/post/59606/swimming-to-ceuta-moroccan-youthdocument-their-crossing-on-tiktok].
7 Siehe die Videoclips auf [https://elfarodeceuta.es/hermano-niebla-nadadores-tiktokcruzan-ceuta/].
8 Vgl. [https://elfarodeceuta.es/soldado-marroqui-golpes-menores-buscan-pase-ceuta/].
9 Vgl. [https://elfarodeceuta.es/peor-noche-presion-ceuta-inmigrantes-cruzando-nado/]; siehe auch [https://elfarodeceuta.es/ceuta-registra-peores-noches-presion-inmigrantes/].
10 Vgl. [https://elpais.com/espana/2025-10-13/casi-30-menores-entran-a-nado-a-ceuta-enun-fin-de-semana-de-temporal.html].
11 Vgl. [https://elpais.com/espana/2025-10-10/un-joven-aparece-muerto-en-aguas-deceuta.html].
12 Xavier Ferrer-Gallardo / Lorenzo Gabrielli, The Ceuta Border Peripeteia: Tasting the Externalities of EU Border Externalisation, in: Journal of Borderlands Studies, 37 2022, 3, S. 645–655, [https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/08865655.2022.2048680?scroll=top&needAccess=true].
13 Vgl. [https://enass.ma/sebta-recit-de-lexode-de-la-jeunesse/] sowie [https://telquel.ma/instant-t/2025/06/02/fnideq-le-maroc-demantele-les-barrieres-cotieresentre-soulagement-local-et-inquietude-espagnole_1936018/].
14 Nordmarokko ist für „subsaharische“ Geflüchtete zu einer Gefahrenregion geworden: In Razzien wie auch bei Personenkontrollen wurden in den letzten Jahren Tausende verhaftet und in den Süden Marokkos deportiert, vgl. [https://fr.hespress.com/439405-migrantssubsahariens-des-ong-denoncent-les-transferts-forces-vers-des-villes-eloignees.html].
15 Zum Massaker von Tarajal siehe [https://www.nd-aktuell.de/artikel/1188844.massakervon-el-tarajal-ueberlebender-reicht-un-beschwerde-ein.html].
16 Vgl. [https://archiv.ffm-online.org/?s=Tarajal&id=56410]; [https://archiv.ffmonline.org/2015/02/12/ceuta-februar-2014-16-guardiaciviles-vorgeladen/#more-28426] sowie [https://caminandofronteras.org/un-mes-tras-la-masacre-de-melilla-nador-seguimos-exigiendo-justicia/] und Xavier Ferrer-Gallardo / Lorenzo Gabrielli (Hg.), Estados de excepción en la excepción del Estado: Ceuta y Melilla, Barcelona (Icaria) 2018.
17 In den Vierteln von Ceuta, die nahe am Grenzübergang Tarajal liegen, spricht man auch marokkanisches Arabisch bzw. Tamazight, und das Pro-Kopf-Jahreseinkommen liegt dort nur bei 5.102 Euro, vgl. [https://elfarodeceuta.es/consulta-renta-barrio-mayor-menor-vecinos/].
18 Vgl. [https://elfarodeceuta.es/madres-lloran-hijos-deportados-sur-marruecos-cruzarceuta/].
19 Siehe das Foto in Lemaizi, À Fnideq, les jeunes Marocains se fracassent (wie Anm. 4).
20 Vgl. [https://enass.ma/les-enfants-haraga-un-destin-marocain/].
21 Vgl. [https://www.lesiteinfo.com/maroc/628342-appels-a-un-nouvel-assaut-sur-sebtales-autorites-sur-le-qui-vive.html?origin=serp_auto]; einen sehenswerten visuellen Eindruck vermittelt eine Kurzreportage des spanischen Fernsehsenders laSexta: [https://www.lasexta.com/noticias/sociedad/organizada-traves-redes-sociales-asi-fue-intentosalto-masivo-castillejos-marruecos_2024091666e83af6fcf7b300013631ba.html].
22 Lemaizi, À Fnideq, les jeunes Marocains se fracassent (wie Anm. 4).
23 Vgl. [https://fr.le360.ma/societe/migration-massive-vers-sebta-des-condamnations-ades-peines-de-prison-de-trois-a-dix-mois-ferme_E3OVZDDBDVAGVJI5K7ASYWLMYI/?origin=serp_auto].
24 Lemaizi, À Fnideq, les jeunes Marocains se fracassent (wie Anm. 4).
25 Vgl. [https://enass.ma/images-de-fnideq-sebta-le-vrai-du-faux/].
26 Das „Protocol of Accession of Spain to the Schengen Agreement in 1991“ bestimmte auch, dass es auf der Reise von Ceuta und Melilla zum spanischen Festland Identitätskontrollen gibt.
27 France 24, [https://www.youtube.com/watch?v=MQ6sGYzlaes]. Ihr Tagesverdienst: sechs bis zehn Euro; vgl. [https://orientxxi.info/magazine/le-maroc-a-l-assaut-de-ceuta-etmellila,3236].
28 Lorenzo Gabrielli, Pandemia e sconvolgimento dei sistemi migratori: il caso del corridoio Marocco-Spagna, in: Mondi Migranti, (2021), S. 123–141, [https://doi.org/10.3280/MM2021- 001007].
29 David Goeury, Ceuta–Bab Sebta (Espagne–Maroc), le SARS-Cov-2 comme accélérateur de la reconfiguration frontalière, in: Borders in Globalization Review, 2 (2020), 1, S. 50–53, [https://doi.org/10.18357/bigr21202019862]; Saida Latmani, Les frontières marocaines à l’épreuve de la pandémie Covid-19, in_ Borders in Globalization Review, 2 (2021), 2, 2021, S . 6 1 – 6 8 , [https://www.researchgate.net/publication/352867177_Les_frontieres_marocaines_a_l’epreuve _ d e _ l a _ p a n d e m i e _ C o v i d – 19_Le_renforcement_des_frontieres_marocaines_a_l’heure_de_la_Covid-19 ]; [https://enass.ma/a-fnideq-nous-quitterons-tous-et-toutes/].
30 Vgl. [https://fr.le360.ma/societe/coronavirus-quatre-jeunes-marocains-font-sebtafnideq-a-la-nage-pour-regagner-le-royaume-212729/].
31 Vgl. [https://www.bladi.net/coronavirus-m-diq-fnideq-confinement,75241.html];[https://www.arabnews.fr/node/96786/monde-arabe].
32 Vgl. [https://www.lopinion.ma/Le-Royaume-met-officiellement-fin-a-la-contrebande-a-Sebta_a4464.html?origin=serp_auto].
33 Salaheddine Lemaizi „J’ai tout vendu pour pouvoir me nourrir“: au Maroc, la fermeture de la frontière avec l’Espagne tue Fnideq à petit feu, in: Middle East Eye, 4. März 2021,[https://www.middleeasteye.net/fr/reportages/maroc-espagne-fnideq-ceuta-frontiere-miserecoronavirus-contrebande].
34 Vgl. [https://fr.hespress.com/392252-le-groupe-tanger-med-table-sur-un-caprevisionnel-de-pres-de-98-mmdh-en-2025.html].
35 Goeury, Ceuta (wie Anm. 29); [https://enass.ma/fnideq-est-economiquementsinistree/];[https://medias24.com/2022/05/18/reportage-la-zone-dactivite-economique-defnideq – comme – alternative – a – la – contrebande/ ] ;[https://lobservateur.info/article/107508/economie/zone-dactivites-economiques-de-fnideqon-en-est-ou];[https://medias24.com/2022/05/18/reportage-la-zone-dactivite-economiquede-fnideq-comme-alternative-a-la-contrebande/];[https://www.lopinion.ma/Fnideq-lanouvelle-zone-d-activites-economiques-accueille-les-premiers-commercants_a24012.html].
36 Siehe die Videoclips auf [https://telquel.ma/2021/02/19/fnideq-reportage-dans-une-villea – l a g o n i e _ 1 7 1 1 7 0 3 ? fbclid=IwAR2zg3YsYSfDe51CyDabRuOlth2uujSNzfZ03lMar5YBw5tBNN-k-NU9PrE&utm_source=sendinblue&utm_campaign=NL_1902&utm_medium=email].
37 Lemaizi, J’ai tout vendu, (wie Anm. 33].
38 Vgl. [https://www.bladi.net/fnideq-pression-rue-gouvernement,82083.html];[https://www.yabiladi.com/articles/details/109029/plus-jeunes-marocains-rejoignentceuta.html].
39 Vgl. [https://elfarodeceuta.es/batalla-campal-castillejos-respuesta-pueblo-engano/].
40 Im Dezember 2020 hatte die USA die marokkanische Annexion der Westsahara anerkannt, Spanien folgte den USA im Frühjahr 2022, und die NATO sicherte 2022 Spanien einen vagen Beistand für Ceuta zu; vgl. [https://www.rtve.es/noticias/20220627/otan-proteccionceuta-melilla/2385536.shtml]; [file:///home/user/Downloads/290622-strategic-concept.pdf].
41 Vgl. [https://en.hespress.com/42500-ceutas-government-delegation-sets-up-visaprocedures-for-moroccan-workers.html]; [https://telquel.ma/instant-t/2025/06/02/espagnele-patronat-appelle-pedro-sanchez-a-normaliser-la-frontiere-de-melilia_1935856/ ];[https://el farodeceuta.es/largas-colas- frontera-cruzar-ceuta-marruecos/ ] ; [https://elpais.com/espana/2025-10-14/ceuta-y-melilla-apuestan-por-el-juego-online-yacaparan-mas-del-60-de-las-licencias-de-toda-espana.html].
42 Vgl. [https://www.eca.europa.eu/ECAPublications/SR-2024-17/SR-2024-17_DE.pdf], S. 14 und S. 24.
43 Vgl. Yassin Akouh, Koloniale vloek – De relaties tussen de Marokkaanse staat en de Rif.Houtekiet, Antwerpen 2025.
44 Vgl. [https://www.bladi.net/genz-212-espagne-craint-perdre-milliards,117200.html].